Die „Hall Of Fame“ der Klimasongs

Die Top 5 der besten Klimakrisen-Songs (subjektive Auswahl der Redaktion)

Prince Ea: „Three Seconds“, 2016

… and the Winner is:

1. Prince Ea: „Three Seconds“, 2016

Auf den Punkt gebracht. Und daher zu Recht: 1st Prize Short Film Winner #Film4Climate des UNO-Sekretariats der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) auf dem Klimagipfel in Marrakesch 2016.

„Das Video des [US-]amerikanischen Rappers und Spoken Word Artists Prince Ea kondensiert vier Milliarden Jahre Erdgeschichte plus einen verschwindend kurzen Zeitraum menschlichen Einflusses auf die Natur auf wenige Minuten Film – und die sind mit ausdrucksstarken Bildern und gerapptem Zahlenwerk zum Bersten gefüllt“ (Schilling 2016).

>> ausführlich dazu siehe auch im Abschnitt Songs (international)


:Lil Dicky: „Earth“, 2019 | Mitstreiter:innen u.a.: Justin Bieber, Ariana Grande, Snoop Dog, Kanye West, Shawn Mendes, Miley Cyrus, Rita Ora, Katy Perry, Ed Sheeran, Meghan Trainor sowie John Legend und die Backstreet Boys.

2. Lil Dicky: „Earth“, 2019, 368 Mio Aufrufe

„We love The Earth, it is our Planet… it is our Home.“

Der erste und einzige große globale „Klima-/Extinction-Hit“ bislang. Im Unterschied zu „Do They Know It’s Christmas“, „We Are The World“ und „Imagine“ nicht im Radio existierend, sondern ausschließlich in den Sozialen Medien – für ältere Generationen (und traditionelle Hit-Charts) daher nicht so massiv wahrnehmbar. Respekt: 356 Mio Abrufe!

>> ausführlich dazu siehe im Abschnitt Songs (international)


3. Deniz Jaspersen: „Planet“, 2017

Deniz Jaspersen: „Planet“, 2017

‚Viel zu viele Menschen nehmen dich für selbstverständlich. Doch die
Die Vögel, die Wolken, die Bäume, der Wind und die Berge
Die Blumen, die Flüsse, die Well’n und die Fische im Meer – sie singen
Dreh dich, dreh dich, dreh dich, dreh dich Planet.‘

Ich kenne mindestens zwei Menschen, die in Tränen ausgebrochen sind bei diesem Lied. Und einer davon bin ich. Und Weinen gehört eher nicht zu meinen Top-Fähigkeiten. (Was nicht gut ist!)

>> mehr dazu siehe im Abschnitt Songs (Made in Germany)


4. Carolin Kebekus feat. Luisa Neubauer – „Mars Song“ („Wir sind am Arsch)“, 2021 (statt: „Earth Song“)

>> Video nicht einbettbar, siehe daher: https://youtu.be/Vgk61C_3t_g und auf Facebook.

‚In Kanada sind 50 Grad – aber alles kein Problem,
wir ziehen einfach auf den Mars…
kommt…, wir sollten jetzt endlich mal los!
Auf dem Mars ist es wunderschön
da gibts Ferkel vom Spieß… cruisen mit SUVs…

Dann ziehn wir zum Jupiter –
vielleicht zum Saturn… Pluto… andere Galaxie
[Chor:] „Das wird niemals was.“
[Der Song erstirbt – und Luisa Neubauer gibt zu bedenken:]
„Vielleicht müssten wir das auf diesem Planeten … angehen…“
[Kebekus nimmt den Faden wieder auf und singt:]
Wir sind am A-a-a-a-rsch.‘

Luisa Neubauer bespielt virtuos die Medien… aber auch für Klavier und ein wenig Schlagzeug reicht es. Und Carolin Kebekus sieht aus wie Céline Dion, die windmaschiniert den Jackson gibt… Es braucht die Satire, um dem ganzen Mist emotional beizukommen.

Jackson „reichte“ es 1995 noch, lediglich die Erde retten zu wollen. Spannend daher diese den aktuellen Gegebenheiten angepassten Fortschreibung des „Earth Song“ zur extraterrestrischen Vision, in der wir Menschen uns einfach von Planet zu Planet durchschlagen, wenn wir einen verbraucht haben… so easy, als bräuchten wir nur den Möbelwagen zu bestellen.

>> mehr dazu siehe auch im Abschnitt Songs (Satire, Kabarett, Comedy)


3 min – Kurzbericht „For Seasons – Klimawandel hörbar gemacht“

5. For Seasons: Vivaldis „Quattro Stagioni“ („Vier Jahreszeiten“) als „Vertonte Anklageschrift“ (Mischke 2019) am 16.11.2019 in der Elbphilharmonie in Hamburg

Dass seinen vier programmatischen Violinkonzerten zu den Jahreszeiten mal einzelne Noten entfernt werden würde, das hätte sich Antonio Vivaldi (1678-1741) wohl nicht träumen lassen. Doch wenn die Jahreszeiten verschwimmen, dann ist das quasi die logische Konsequenz:

Felipe Sanchez Luna (Kling Klang Klong):

  • „Heutzutage existieren ungefähr 15 Prozent weniger Vogelarten. Wir haben dieses Motiv genommen, analysiert, geguckt wie viele Noten dieses Motiv umfasst – und in der neuen Partitur sind 15 Prozent dieser Noten dann einfach weg.“

>> ausführlich dazu siehe auch in Abschnitt E-Musik


Außer Konkurrenz:

… kein Klimakrisen- oder Umweltsong im engeren Sinne, aber universal:

John Lennon: „Imagine“, 1971 – Official Video

John Lennon: „Imagine“, 1971

OMG, das Klavier erklingt und sofort läuft es mir kalt den Rücken runter – und das passiert mir mit Anfang fünfzig (bedauerlicherweise) nicht mehr so häufig.

Kennt jemand ein Rezept für „kalt den Rücken runterlaufen“? – ich habe den Verdacht, dass ein solches Rezept dem Fortbestand der Zivilisation enorm dienlich sein würde.

„Imagine
there’s no heaven | there’s no countries | no possessions

Imagine all the people
Livin‘ for today | Livin‘ life in peace | Sharing all the world

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one“

Ja, stell Dir mal all das mal vor – dann hätten wir Menschen weder eine begonnene Klima- noch eine begonnene Aussterbekatastrophe.
Und für den Fall, dass sich die Menschheit in naher Zukunft doch noch dafür entscheiden wird, eine Zukunft haben zu wollen, dann kann John Lennons „Imagine“ unser gemeinsames „Bekenntnis zum Leben“, eine Art „Hymne der Menschheit“ sein.

>> siehe auch in Abschnitt Umweltsong-Klassiker (international)

PS: Kriege sind in einer emissionsfreien Welt nicht möglich, siehe Handbuch Klimakrise Abschnitt Globale CO2-Emissionen des Sektors ‚Militär‘, anhand des Beispiels ‚Ukraine-Krieg‘