Songs (Made in Germany)

… seit dem Jahr 2000, thematisch angesiedelt im Bereich „Überlebenskrise der Menschheit“ samt „Klimakrise“ und „Massenaussterben“ (in loser Folge)


Deniz Jaspersen: „Planet“, 2017

Deniz Jaspersen: „Planet“, 2017, 155.000 Aufrufe (Jaspersen ist Songwriter der Indie-Band Herrenmagazin)

‚Viel zu viele Menschen nehmen dich für selbstverständlich. Doch die
Die Vögel, die Wolken, die Bäume, der Wind und die Berge
Die Blumen, die Flüsse, die Well’n und die Fische im Meer – sie singen
Dreh dich, dreh dich, dreh dich, dreh dich Planet.‘

Ich kenne mindestens zwei Menschen, die in Tränen ausgebrochen sind bei diesem Lied. Und einer davon bin ich. Und Weinen gehört eher nicht zu meinen Top-Fähigkeiten. (Was nicht gut ist!)

Was sagt es darüber aus, dass ausgerechnet ein Kinderlied bzw. ein Lied, welches (als Teil der fantastischen Album-Serie „Unter meinem Bett“ des Lindgren-Verlags Oetinger) für die entsprechende Zielgruppe aufgenommen wurde, zu den Volltreffern in Bereich „Musik/Klimakrise/Massenaussterben“ gehört?

Die Antwort bedrückt mich, weil sie zeigt, wo wir stehen. Nämlich definitiv nicht da, wo wir stehen müssten.

Danke, Deniz Jaspersen, Du hast meine-unsere Welt reicher gemacht.


Neonschwarz: „5 nach 12“, 2017

Neonschwarz: „5 nach 12“, 2017

‚…Der Partydampfer sinkt, es ist 5 nach 12
5 nach 12, 5 nach 12, 5 nach 12…
Du sagst: Alles wird gut, ich sag: komm mal runter bitte
Wasser steht uns bis zum Hals – Oberkante Unterlippe
Es brennt lichterloh und es sind nicht nur kleine Brände
Alles steht in Flammen und ich bin mit meinem Latein am Ende…‘

Die Art, wie der Sänger der Hamburger Hip-Hop-Formation Neonschwarz die Refrainzeilen rund um „5 nach 12“ nimmt, geht ziemlich unter die Haut… die Das-Boot-Ästhetik von der Eingangssequenz des Songs und vom bei Youtube derzeit nicht auffindbaren Video und tut ihr übriges. Wirkungsvoll.

>> s.a. Rubrik Songs (Made in Austria)Udo Jürgens: „5 Minuten vor 12“, 1982

Neonschwarz: „Hitzefrei“, 2021

Neonschwarz: „Hitzefrei“, 2021

‚Die Straße glüht, schick die Kids mal rein
Es gibt 100 Tage lang Hitzefrei…
Das Thermometer steigt
Seid ihr bereit das wird der Summer of zweitausend sixty nine‘

‚Manche Inseln sind verschwunden und ich bin jetzt am Erkunden
Island 35 Grad ich drehe meine Runden
Es ist Summer in the city und der Asphalt ist geschmolzen
Keiner kennt hier Regen
Keiner kennt hier Wolken…‘

Ja, der „Summer of ‚[19]69“ (von Bryan Adams) weckt seelige Erinnerungen vor allem bei Denjenigen, die ihn als Angehörige der Boomer*innengeneration erlebt haben und danach bedauerlicherweise vergessen haben, mit dem Feiern aufzuhören. Viele, viele der Boomer*innen eskalierten seit den 1960er Jahren gemeinsam mit ihren Eltern und Kindern immer weiter – und tun es bis heute, denn ‚Klimaschutz‘ ist bislang nur ein Wort: Die Menschheit haut jedes Jahr mehr CO2 & Co raus als im Jahr davor als im Jahr davor. Es ist Wahnsinn. Und so steht, wie Neonschwarz zu Recht befürchten, im Falle des Weiter-So für den „Summer of zweittausend sixty nine“ eine eher ungeplante, aber billigend in Kauf genommene weltweite Grillparty an.

Prima auch, wie neben „Summer of ’69“ mit „Summer In The City“ und „Pack die Badehose ein“ weitere Sommerhits-Titel zitiert werden.


Max Raabe: „Fahrrad fahr´n“, 2018

Max Raabe: „Fahrrad fahr´n“, 2018, 1,5 Mio Aufrufe

„Aufs Auto kann ich pfeifen
Ich brauche nur zwei Reifen.“

Kein „Klimasong“ im engeren Sinne, sondern die frohgemute Beschreibung des Fahrradfahrens, die so überzeugend daherkommt, dass man noch am gleichen Tag sein Auto annoncieren möchte.

Für den ‚Originellsten Reim 2018‘ bewirbt sich Raabe mit

… Fahrrad fahren – Das ist das Optimale. Und lüftet die Sandale.


Bodo Wartke: „Hambacher Wald“, 2018

Bodo Wartke: „Hambacher Wald“, 2018, 486.000 Aufrufe

„Ein lebendiger Wald soll hier weichen
Für eine sterbende Industrie“

„RWE… hält den Braunkohleabbau
Nach wie vor für ’ne super Idee“

„Ich wundere mich, dass unsere Bundesregierung…
das Schiff einfach unbeirrt /
auf die Klippen zusteuert“

Bodo Wartke wirbt in den sozialen Medien für konkrete Termine der Fridays-for-Future-Klimastreiks, wendet sich deutlichst gegen Rechts, schreibt ein Lied über „das System“ der katholischen Kirche und setzt sich für die Initiative Offene Gesellschaft e.V. ein.

Danke für diesen Klartext, der viel zu einmalig ist, Bodo Wartke!

Bodo Wartke: „Das Land in dem ich leben will“, 2017

Bodo Wartke: „Das Land in dem ich leben will“, 2017, 1,2 Mio Aufrufe

„Im Land in dem ich leben will, sind Frauen gleichgestellt.
Das heißt für gleiche Arbeit kriegen sie das gleiche Geld.“

Er möchte leben in einem Land…
„Wo Holocaust und Klimawandel nicht geleugnet werden.
Und nicht die jenigen in der Mehrheit sind die dieses Land gefährden.“

Es kann so einfach sein.

In „Das Land, in dem ich leben will“ plädiert Bodo Wartke dafür, mal versuchsweise das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) einzuführen, macht sich für die Gemeinwohlökonomie, die LGBTIQ-Community und allgemein Menschenrechte stark – und spendet wie auch bei anderen Songs die Tantiemen – in diesem Fall – an Amnesty International.

Bodo Wartke: „Regen 2020“, 2020

Bodo Wartke: „Regen 2020“, 2020

Seinen ursprünglich 2007 veröffentlichten Song Regen“ hat Bodo Wartke angesichts der Klimakrise textlich überarbeitet, um nicht zu sagen, neugefasst:

„Mittlerweile haben wir, kein Scherz
Schneestürme im Mai und 30 Grad im März
Wir wissen inzwischen: Hierbei handelt’s
Sich um die Vorboten des Klimawandels…

Drum: Sehr geehrte Entscheidungsträger-innen!…
Es wird Zeit, dass Sie sich regen und bewegen
Statt den Ast, auf dem wir sitzen, abzusägen!…
Und nicht erst morgen, sondern heute
Denn es bleibt nicht mehr viel Zeit.“


Das einzige, was mir als Klimakrisenforscher nicht so recht schmecken will ist die Zeile von den „Vorboten des Klimawandels“.

Dazu ist festzuhalten: Wir sind mitten drin. Fragen Sie mal einen Menschen im Globalen Süden.

Und doch liegt Wartke nicht falsch, denn selbstredend sind die derzeitigen unmittelbaren Auswirkungen derzeit in Deutschland in Relation zu dem, was künftig zu erwarten ist, noch beherrschbar.


Sarah Lesch & Bastian Bandt: „Der Tag an dem die Flut kam“, 2016

Sarah Lesch: „Der Tag an dem die Flut kam“, 2016, 270.000 Aufrufe

Diesen Text kann man nur ganz abdrucken oder gar nicht… Also, eine Nacherzählung: Wasser flutet den eigenen Keller – und das lyrische Ich erlebt die:den Partner:in als verlässlich/wohltuend in der Flut. Wie mögen sich Noah und seine Frau in der gleichen Situation gefühlt haben? Wenn nun also die Eiskappen schmelzen, war das mit dem eigenen Keller wohl ein reiner Probelauf – und nach der Umsiegelung in die Berge und angesichts eines Lebens in einer ungemütlichen Zukunft hofft das lyrische Ich, dass „du dann hier wärst in der Flut“ bzw. „I hope that you’ll be with me in the flood“.

Phoebe Kreutz: „The Day the Basement Flooded“, 2012

Sarah Lesch schreibt hier eine m.E. wunderbare deutschsprachige Nachdichtung des m.E. noch wunderbareren Liedes der unfassbar unbekannten (Was hat Qualität mit Klickzahlen zu tun? Nichts.) New Yorker Singer/Songwriterin Phoebe Kreutz. Beide vollbringen das Kunststück die existenzielle Ökokrise auf das eigene (Er-)Leben herunterzubrechen, das worauf es im Leben ankommt im Leben – Liebe – einzubringen und dabei sowohl ein wenig verzweifelt als auch poetisch-witzig rüberzukommen. Eine Nachdichtung hat es natürlich schwerer – und so bringt Phoebe Kreutz die Dinge noch etwas klarer auf den Punkt, wenn sie eben z.B. nicht poetisch verhangen singt „Wenn Polkappen schmelzen… wird das Festland ziemlich schmal“, sondern pointiert, dass New York City polkappenschmelzungsbedingt „pretty soon … a lake“ sein wird.

>> s.a. Rubrik Songs (international)Phoebe Kreutz: „The Day the Basement Flooded“.


Bernadette La Hengst & Nick Nuttall: Save The World (2014)

Bernadette La Hengst & Nick Nuttall: „Save The World“, 2014, 31.000 Aufrufe

„Es gibt kein richtiges im falschen Klima,
von Massachusetts bis nach Fukushima.“

… offensichtlich frei nach Adornos Gedanken, es gäbe kein richtiges Leben im falschen…

„Composed for ’save the world – ein theatraler Kongress mit Experten, Künstlern & Wissenschaftlern‘ am 03.- 05.10.2014 im Theater Bonn, in cooperation with UN Bonn and UNFCCC (climate secretary of the UN) and the Beethovenfest.“ (Trikont 2014)

„SAVE THE WORLD ist ein Projekt des Theater Bonn in Kooperation mit dem Beethovenfest und gefördert durch die Bundeszentrale für Politische Bildung.“ (YouTube 2014)

Nick Nuttall „was the UN’s Spokesperson for the securing of a new universal climate agreement at the 2015 United Nations Climate Change Conference in Paris.“ (wikipedia 2021)


Dota [Kehr]: „Keine Zeit“, 2020

Dota [Kehr]: „Keine Zeit“, 2020, 210.000 Aufrufe

‚Ein begrenzter Planet und unendliches Wachstum
Das das nicht geht, ist doch trivial
Jetzt Verzicht oder später Vernichtung
Ist das echt eine schwierige Wahl?…

Der Planet kann uns alle ernähren
Doch er darf niemand gehör’n
Ich weiß Geld kann nicht alles
Aber mit Geld kann man alles Zerstör’n‘

Ein schöner, intelligenter Songtext, der keines weiteren Kommentars meinerseits bedarf. Dota Kehr, Jahrgang 1979, erzählt dazu in einem Interview:

  • „Wir hätten das auch machen sollen in unserer Generation. Ich erinnere mich da genau an meinen Bruder, als er mir in der zweiten Klasse von dem Bericht des Club of Rome, ‚Grenzen des Wachstums‘, erzählt hat, der die Klimakrise schon [1972, also] vor 50 Jahren vorausgesagt hat. Dass ein begrenzter Planet und unendliches Wachstum nicht geht – das ist einfach logisch. Wir werden den Kapitalismus verändern müssen“ (zit. in Bautze 2021).
Dota [Kehr]: „Wir rufen Dich, Galaktika“, 2021

Dota [Kehr]: „Wir rufen Dich, Galaktika“, 2021, 43.000 Aufrufe

„Ich … geh … demonstrieren
Für die bessere Welt, wie auch immer die sei, aber
Insgeheim wünsche ich eine einfache Lösung herbei
Zum Beispiel eine lila Fee Die kommt und uns raushaut
Die uns alle erlöst
Denn wir habe Mist gebaut

Wir rufen dich, Galaktika…
Renk es ein, mach, dass es geht…
Von deinem fernen Stern Andromeda…“

Ja, damit können die jungen Leute von heute nicht so viel anfangen. Aber meine Sesamstraßen-, Die Sendung mit der Maus– und eben auch Hallo Spencer-geprägte Generation der 1970er Jahre hat innerlich stets nach Galaktika vom fernen Stern Andromeda gerufen, wenn die Dinge in unserem Umfeld nicht so liefen… Wir haben sogar diese magische Melodie alle gesungen (die Dota hier allerdings nicht übernimmt.) Die lila Fee ist nicht gekommen. Sie hat nicht geholfen. Hören wir auf zu Warten. Galaktika wird nicht kommen!

Sie wird nicht kommen!

Liebe Generationsgenoss*innen, wir müssen wohl selbst ran an die Sache.

Dota Kehr: „Ich bin leider schuld“, 2021

Dota Kehr: „Ich bin leider schuld“, 2021, 14.000 Aufrufe

‚Ich bin leider schuld…
Ich habe eingekauft und gegessen…
Ich hab‘ dabei all meine Recherchen vergessen
Ich muss mich verhalten
Und wissenschaftlich belegt soll es sein…
Ich hab‘ es gerne nett und das geb‘ ich gerne zu
Und ich halte gute Rechtfertigungen parat
Ich habe meine Schuld gut organisiert
Und hier und da ein bisschen Schuld eingespart…‘

Ein Lied, das treffend den Konflikt von all denjenigen Menschen in den Industrieländern beschreibt, die sich gern zukunftskonform verhalten möchten. Die dann im Alltag vor den unendlichen Regalen voller Palm-, Transfette- und Zucker-verseuchten Produkten stehen. Und die sich bei jedem einzelnen Produkt mühsam durchs Kleingedruckte hindurcharbeiten, weil es ja nach Lesart vom Freiheitslindner

  • einen ökodikatorischen Eingriff in unsere Freiheitsrechte bedeuten würde, wenn wir blind zugreifen könnten beim Keksekauf und zudem
  • unsere Wahlfreiheit empfindlich beschneiden würde, wenn wir nicht persönlich zwischen Tierquälfleisch und antibiotikaverseuchten Tierproteinen entscheiden dürften.

PS: Letzterem kann man entgehen.


Silbermond: „Träum ja nur (Hippies)“, 2019

Silbermond: „Träum ja nur (Hippies)“, 2019, 632.000 Aufrufe

„Und jeder Tag n Friday for Future…
Und 2060 fragt mein Enkel mich „Du Opa, sag mal, was ist eigentlich … ne Klimakatastrophe?“
Und ich so: „Kleiner ich bin froh, dass du’s nicht weißt
Ist nämlich alles Scheiß der Vergangenheit.“

Silbermond greifen in den letzten Jahren vermehrt aktuelle gesellschaftsrelevante Themen auf, vgl. bspw. „Mein Osten“, sodass nach meiner Wahrnehmung ein wenig der Eindruck aufkommt, dass Silbermond jeweils den „Song zur Lage der Nation“ generiert, musikalisch unauffällig-gefällig und in den Texten mit zarten Andeutungen, mit denen auch Menschen klarkommen, die weniger im Thema stecken – soll heißen, solche Silbermond-Songs sind eher nicht konfrontativ.


Mal Élevé: „Planet“, 2019

Mal Élevé: „Planet“, 2019, 106.000 Aufrufe, in deutscher und französischer Sprache

„Kranker Planet – bald kommt der Zahltag
Klima verdreht – Land heiß wie Lava
Klimaverträge – alles Palaver
Nichts wird sich ändern, solang wir nur labern“

Mal Élevé auf YouTube:

  • „Wir haben keinen Planet B! Das klingt so logisch, ist es aber scheinbar nicht. Denn sonst würden wir nicht weiter so machen mit der Zerstörung unserer Erde. 💥🌏 Es darf nicht sein, dass Profit wichtiger ist als Menschen und die Umwelt! Wenn wir nicht sofort handeln, wird es irreparable Folgen geben…“

Fridays For Future: „Fight Every Crises“, April 2020, 41.000 Aufrufe

Offizieller Song des FridaysForFuture-Livestreams zur weltweit größten Online-Demo.

Komposition/Produktion: Fabian Grischkat & Roman Lochmann | Text & Performance: Integer | Anabel Löhr | Arne Lorenz | Bruno Balscheit | Heiko Lochmann

>> Bei Fridays for Future gibt es mit Music for Future zudem eine „seit Juli 2019 … legitimierte AG von Fridays for Future Deutschland“, die jedoch bislang nur eine Handvoll Songs – darunter „Green Utopia“ – veröffentlicht hat.


Lörns: „Kein Grad weiter“, September 2020

Lörns: „Kein Grad weiter“, September 2020, 11.000 Aufrufe

„Kein Grad weiter,
Wir leisten Widerstand,
Gegen ein Wirtschaft
Die immer mehr Konsum verlangt.“


TIL: „Krieg dein‘ Arsch hoch“, November 2019

TIL: „Krieg dein‘ Arsch hoch“, November 2019, 32.000 Aufrufe

Musikvideo mit Filmausschnitten von FFF-Demonstrationen.

„Am Ende musst Du jeden Zentimeter selber geh’n
Also wart‘ nicht auf den Tag
An dem ein Wunder geschieht…
Denn dieser Tag kommt nie… also:
Krieg Deinen…“

  • „Wir haben den Song zuerst bei den ,Fridays for Future’-Demos in ganz Deutschland gespielt. Die Aussage ,Krieg dein’ Arsch hoch’ kam in der Bewegung so gut an, dass wir uns dazu entschieden haben, den Song als Single zu veröffentlichen.“ (Sauerland Kurier 2019)

Apropos Konzerte bei Fridays For Future-Demonstrationen:

  • Am legendären 20. September 2019 haben z.B. in Hamburg u.a. Axel Bosse, Enno Bunger, Mal Élevé und MiA gespielt und am 29.11. des gleichen Jahres Deichkind.

FFF: MC Hafermilch und Der Chrisomat: „Ich hab‘ Klimastreik“, 2019 | „Danke an die Bild und Tonfabrik und Jan Böhmermann, dass uns die Nutzung des Beats erlaubt wurde.“ https://youtu.be/PNjG22Gbo6U (Abrufdatum 18.3.2022)

FFF: MC Hafermilch und Der Chrisomat: „Ich hab‘ Klimastreik“, 2019

Du (= die Regierenden) hast Lobbyisten,
ich hab‘ Klimastreik,
Du hast Angst vor Wählern,
ich hab‘ Klimastreik,
Du charterst ein Flugzeug,
ich hab‘ Klimastreik,
Du ist gerne Hackfleisch,
ich hab‘ Klimastreik,
Ich hab‘, ich hab‘, ich hab’…. Klimastreik‘

Yeah.

Es lohnt sich auch die letzte Rap-Zeile zu hören:

„Momentan fährt die Politik einen Leichenwagen.“


Konstantin Wecker: „Es gibt nichts Gutes“, 2011

Konstantin Wecker: „Es gibt nichts Gutes“, 2011

„…wie man das Klima
der Erde rettet –
nun ganz bestimmt nicht, /
indem man jettet.

Bleib ruhigen Blutes,
sei guten Mutes.
Es gibt nichts Gutes,
außer man tut es.“

Konstantin Wecker:

  • „Erstaunlicherweise ruft es keinen Schrecken hervor, dass nur ein Prozent der Bevölkerung so viel besitzt wie der ganze Rest. Und dass wir dabei sein, die Erde und alles, was auf ihre kreucht und fleucht, zu vernichten. Das ist doch unglaublich, dass sich darüber niemand aufregt“ (Wecker 2015).

Faktencheck:

  • 22,1 Millionen Dollar-Millionäre besitzen etwa 103 Billionen US-Dollar.
  • 7,6 Milliarden Nicht-Millionäre besitzen etwa 103 Billionen US-Dollar. (vgl. Dieckmann 2019)

>> s.a. Konstantin Wecker in Rubrik „Statements und Aktionen“ betreffend „Offener Brief an Christian Lindner“.


Ich habe mich immer gefragt, welcher Mainstream-fähige Act in Deutschland der erste sein würde, der das Thema „Klimakrise/sechstes Massenaussterben“ medial unüberhörbar, nicht-ignorierbar in einem Song aufgreift…

8. März 2019: … and the winners are:

Die Ärzte: „Abschied“, 2019 – „vegetarische“ Version des Videoclips
Die Ärzte: „Abschied“, 2019 – „vegane“ Version des Videoclips

Die Ärzte: „Abschied“, 2019

„Los komm, wir sterben endlich aus
Denn das ist besser für die Welt.
Der letzte Drink, der geht aufs Haus
Unsere Stunden sind gezählt.“

Ein Videoclip muss teuer sein?

Die Ärzte beweisen das Gegenteil, in dem sie hier schlicht die Idee haben, eine vegetarische und eine vegane Variante ihres Videos zu drehen.

Die Ärzte: „Deine Schuld“, 2004

Von 2004 stammt das Ärzte-Lied „Deine Schuld“, 9 Mio Aufrufe

„Du musst nicht akzeptieren, was dir überhaupt nicht passt,
wenn du deinen Kopf nicht nur zum Tragen einer Mütze hast.
Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist,
es wär nur deine Schuld wenn sie so bleibt…
Weil jeder der die Welt nicht retten will, ihr Todesurteil unterschreibt.“

Weder auf Klima noch auf Biodiversitätsverlust wird explizit eingegangen im Text – dass die Welt indessen mit einem „Weiter so“ untergeht, daran wird kein Zweifel gelassen. Der ökologische Bezug wird hingegen deutlichst über das Video hergestellt, in dem eine „Ich tu nix, ich angel'“-Rückzugsszene in einem apokalyptischene Weltuntergangs-Katastrophenszenario endet, in dem sämtliche Fische des Sees, Bäume, Tiere, das Wasser und schließlich der Angler (Farin Urlaub) sowie alles von Menschenhand am See Gebaute in einen „Himmelswirbelsturm“ unter Aufhebung der Schwerkraft aufwärts gesogen wird.

>> Das Lied „Deine Schuld“ ist auch ein Beispiel für die Problematik, dass Lieder, deren Texte stark im Ungefähren bleiben, (besonders) anfällig sind für die unangemessene Nutzung in divergierenden politischen Kontexten.


Bruce Berger: „Alle Kinder dieser Erde“, 2009

Bruce Berger: „Alle Kinder dieser Erde“, 2009 – aus dem Film Männerherzen, 2,1 Mio Aufrufe

„Wir erwärmen unser Klima
und die Tiere sterben aus.
Das ist wirklich nicht so prima.
Misch dich ein! Halt dich nicht raus!“

Ein Parodie. Dies wird so sehr betont in Musikdarbietung und Filmausschnitt, dass es fast schon eine parodierte Parodie ist.

Der gelungendste Teil ist m.E. das Finale, als er nur noch „hu“ singt.

  • Interessanterweise sind die meisten Kommentare bei YouTube auf englisch – weil der Bruce Berger verkörpernde Schauspieler Justus von Dohnányi in Der Untergang (2004) die Rolle des General Wilhelm Burgdorf spielt.

    Einen der Kommentare habe ich mir herausgegriffen:

    „This is too amazing! A german masterpiece of humor.“ (DonAlejandro Draper)

Olli Banjo: „Tagesschau“, 2007

Olli Banjo: „Tagesschau“, 2007, 696.000 Aufrufe

‚Ich sitze in meinem Zimmer und ich gucke eure Tagesschau,
alles sieht wie Scheiße aus, alles sieht wie Scheiße aus, alles sieht wie Scheiße aus….
ich seh‘ die schmilzenden Eisberge, weil’s Klima zu heiß ist…‘

Ein Rundumschlag, in dem textlich nur kurz auf die Klimakrise eingegangen wird. Aber im Videoclip sitzt Olli Banjo bis zu den Unterschenkeln im Wasser und schaut Tagesschau. Zu sehen ist ein im Wasser steckengebliebenes Auto, zu hören ist ein akustischer Ausschnitt der Tagesschau aus dem Jahre 2007:

  • „In Brüssel hat der Weltklimarat der Vereinten Nationen einen weiteren dramatischen Bericht zum Klimawandel vorgelegt. Die Wissenschaftler sehen die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen in Gefahr.“

Nun, diese Worte wirken m.E. heute noch brutaler – weil weitere beschissene 15 Jahre des Nichtstuns vergangen sind.


Mark Forster: „194 Länder“ und „747“, beide 2019

Mark Forster erklärt uns im Jahre 2019 in dem Song „194 Länder“ seinen CO2-Abdruck, sei er (oder sein lyrisches Ich) doch in LA, Marseille, Uganda, Dublin, Florenz, Polen, Manhattan und auf dem Camino Francés (Jakobsweg) in Spanien gewesen – und dass er doch das Leben auszukosten erachte, in wirklich jedes einzelne der 194 Länder in seinem Leben gereist sein zu wollen. Das Ganze mündet aber in der Aussage, dass sein Kopf nur bei seine, „Baby“ sei, was eher lustig ist, weil das eine Schlager-Vokabel der Peter Kraus und Conny Froboess Ära der 1960er ist.

Gewissermaßen – und das erscheint mir hier das Entscheidende zu sein, bringt Forster einen persönlichen Konflikt zwischen Nähe und Angrenzung, zwischen Bindung und Fernweh auf den Punkt, der heute mehr denn je zum Psychogramm sehr vieler Menschen gehört.

Mark Forster: „747“, 2019

Interessant ist jedenfalls, dass Forster seinem „Baby“ auch in dem im gleichen Zeitraum erschienenen Song „747“ erklärt, er (bzw. sein lyrisches Ich) müsse „vor die Tür“ – und damit meint er keineswegs den Kiosk nebenan, sondern dass er „in Kreisen“ wie eine (Boing) „747“ abheben und „Dreißigtausend Fuß und höher“ und „durch die Wolken“ „fliegen, fliegen, fliegen“ müsse. (Die dazugehörigen Reiseziele haben wir bereits über „194 Länder“ kennengelernt. Das angesungene „Baby“ soll offensichtlich (wie selbstverständlich und ähnlich wie in „194 Länder“) auf ihn warten, es (also „Baby“) sei angekündigtermaßen der letzte Stopp.

Im dazugehörigen Videoclip sind die Rollen scheinbar vertauscht – und eine Frau ist es, die am Tresen eines Flughafen-Check-in steht, um in ‚Kreisen zu fliegen‘. Auf der Video-Ebene bleibt also das Fliegen keineswegs eine Allegorie.

Nun, ich finde es schon eher mutig, im Jahre 2019 für die Zielgruppe der klimabewussten Kids von Fridays for Future diesen Song zu veröffentlichen – aber vermutlich bin ich hier zu streng.

Auf jeden Fall verkörpern beide Songs gemeinsam und zusammengenommen hintergründig den Konflikt zwischen CO2-intensivem Weltenbummler-Hedonismus und dem hyggeligen „Bei sich ganz zu Hause sein“ – was man durchaus als Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Zeitgeist begreifen darf.

Das rund 3,8 Mio Mal aufgerufene Video ist offensichtlich in Thailand gedreht, zumindest lautet die Angabe auf der Website des Produzenten des Videos, Kim Frank, zum zentralen Drehort: „Dach Performance Bangkok“. Das bedeutet, dass in diesem Videoclip – in krassen Unterschied zum Ärzte-„Abschied“-Clip (s.o.) – eine Menge CO2 steckt. Damit steht Forster nicht allein – ich denke

  • an die CO2-unsägliche Tradition des Privatfernsehens große Teile von DSDS oder auch GNTM Interkontinentalflüge entfernt vor „exotischer Kulisse“ an „Traumstränden“ produzieren zu lassen, aber auch
  • an diverse HipHop-Videos, die einen materialistischen Lebenstil zur Schau stellen, der mit den Realitäten dieser Welt nichts zu tun hat und doch eine vorrangig junge Zielgruppe prägt.

Dass der sich progressiv gebende Forster und sein Label einen Thailland-Videoclip 2019 noch durchgewunken haben, ist m.E. als instinktlos zu werten.


Alligatoah: „Lass liegen“, 2015

Alligatoah: „Lass liegen“, 2015, 20,9 Mio Aufrufe

„Ich steppe in den Wald und lasse liegen, was mir aus der Hose plumpst
‚Ne Packung Bifi, Batterien und Plutonium… was
Einmal den Boden berührt hat, ist bedeutungslos und stinkt
Ich lass‘ es lieber liegen, lieber neue Waren statt verwahren…
Wie ein Boom-, Boom-, Boom-, Boomerang
Ruf‘ ich in den Wald aber vergess‘, dass der auch rufen kann“

Video: Ein Mann zieht durch die Straßen, am Strand entlang durch die Straßen, aus seinem langen Momo-Mantel fallen abertausende Dinge (die er liegen lässt), sozusagen sein ökologischer Fußabdruck – verheerend. Bei den Boomerang-Zeilen offenbart sich hinter ihm eine ökologische Apokalypse in Form von einer ganzen Ansammlung von Fabrikschloten… eindrucksvolles Video und ein absurder Text, der keineswegs logisch daher kommt, aber nichts an Deutlichkeit vermissen lässt.


Thomas D: „Gebet an den Planet 11.0“, 2001

Thomas D: „Gebet an den Planet 11.0“, 2001, 460.000 Aufrufe seit 2011

„Es tut mir leid Natur
Denn deine Erben erheben sich gegen dich
Und erledigen dich
Du warst vollkommen in Vielfalt
Mit allem im Einklang
Bis der Mensch mit Gewalt in dich eindrang…

Um die Tests
Dieser Zeit zu bestehn
Und um weiter zu gehn
Muss hier jeder sein Ego in Demut zurücknehmen“

Thomas D verleiht hier – stellvertretend und gleichsam anwaltlich – den insbesondere durch industrielle Tierproduktion leidenden Tieren dieser Welt seine Stimme.

Thorsten Philipp macht eine spannende Beobachtung:

  • „Mit der eigenwilligen Ausrichtung seines ‚Gebets‘ gleichermaßen an wie für den Planeten legt … [Thomas D] ein Natur- und Menschenbild nahe, das die Grunderfahrung der Einheit und des Einsseins postuliert und auch sonst motivisch über weite Strecken an die Wahrnehmung von Natur als Gaia erinnert, wie sie James Lovelock (1996) als heilsame Theorie zur Einordnung des Menschen in das kosmische Geschehen durchbuchstabierte“ (2018, 324).

>> s.a. Thomas D setzt sich für Initiative „Just diggit“ ein, in Rubrik „Statements und Aktionen“.


Culcha Candela: „Schöne Neue Welt“, 2009

Culcha Candela: „Schöne Neue Welt“, 2009

„Die Welt geht unter, doch bei uns ist Party, Halli-Galli
Alles im Eimer, doch wir hüpfen wie bei Dalli-Dalli
Jeder sagt, das Klima ist ’ne Riesenkatastrophe
Doch bald brauchen wir nur noch Bikini und ’ne Badehose
Ich will mehr Fastfood fressen, wer braucht schon Regenwald?
Solang mein Konto voll is‘ und für mich noch Luft zum Leben bleibt…
Wir feiern, bis alles zerfällt!“

Eine mutmaßlich allzu wahre Beschreibung der Seelenlage vieler Menschen, für die die Klimakrise in erster Linie ein kurzfristigen links-rein-recht-raus-Störfaktor beim globalen Hedonismus-Abfeiern darstellt.

Frei assoziiert:

Der Volkswirt und Umweltökonom Niko Paech erwähnt in seinem Buch Befreiung vom Überfluss, dass allwochenendlich 10.000 Menschen – das sog. „entgrenzte Easyjet-Weltbürgertum“ (Paech 2012, 52) – aus der ganzen Welt in Berlin einfliegen. Paech führt fort:

  • „Und warum? Nur weil hier ein vermeintlich besserer DJ auflegt als in Madrid, Tel Aviv, New York, Stockholm oder von wo aus sich die hedonistische Internationale gerade auf den Weg begibt.“

>> s.a. Handbuch Klimakrise Thema „Flugverkehr“


K.I.Z. ft. Henning May: „Hurra die Welt geht unter“, 2015

K.I.Z. ft. Henning May: „Hurra die Welt geht unter“, 2015 (Henning May ist der Sänger der Kölner Band AnnenMayKantereit)

„Und wir singen im Atomschutzbunker
Hurra, diese Welt geht unter!
Auf den Trümmern das Paradies“

Kein Klimasong im eigentlichen Sinne, aber ein dystopisches Lied, dass oft auf Fridays for Future-Demos zu hören ist: Ein Lied, das den bestehenden Verhältnissen – rund um die Stichwörter „Deutsche Bank“ „Deutschlandfahne“, „McDonalds“, „Nestlé“, „Goldbarren“ etc. – keine Träne nachweint.

May über den eigentlich schon abgehakten Song, der erst Jahre nach Veröffentlichung zu, Hit einer neuen Bewegung wurde:

  • „Ich mag an dem Lied, dass es den Kopf öffnet. Sich abstrakte Szenarien vorzustellen, kann vielleicht helfen, sich realistische Ideen auszudenken. Das Lied ist für mich ein satirischer Kopföffner“ (Wiese 2019).

Conny: „Schäm Dich“, 2020

Conny: „Schäm Dich“, 2020, 72.000 Aufrufe

„3 Wochen Bali im September…
Und nochmal 2 Wochen Malle im Dezember…
Ich habs mir verdient, ich habs mir verdient
Ich zahle doch auch Steuern auf das Kerosin (Moment, Moment)
Ich zahl keine Steuern auf das Kerosin?
Dann liegt das aber an der Politik, oder niicht?“

Begründung für Fernreise:
„Meine Tochter hat ein‘ Instagram-Kanal
Und da muss Content… aber guter drauf
So baut man sich heutzutage eine Zukunft auf“

Rap-Song mit Samples mit kurzen Ausschnitten von Reden von Greta Thunberg.

In „Schäm dich“ trägt Conny bzw. sein lyrisches Ich einen inneren Konflikt per Rap aus, inwieweit er sich angesichts von Greta Thunbergs Statements – die ja nur auf den Punkt bringen, was Stand der Wissenschaft ist – zu schämen hat. Dazu greift er typische und teilweise höchst absurde Ausreden vor, s.o. – Ergebnis: Das lyrische Ich schämt sich nicht. Der Songtitel lautet jedoch: Schäm Dich.


Lulu & die Einhornfarm: „Gute Arbeit“, 2019

Lulu & die Einhornfarm: „Gute Arbeit“, 2019, 12.000 Aufrufe

„Ja ja jetzt wird wieder in die Hände gespuckt
Und in ein paar Jahren ist alles kaputt
Ja ja jetzt wird wieder auf alle gekackt
Wir geben nen Fick auf den Klimapackt…
Gute Arbeit – und bald sind wir tot“

Fantasievoll. Anders. Punk im Geiste der NDW, der die Widersprüche unserer Zeit benennt: „Kinderarbeit… was soll ich machen? Ich will neue Nikes!“

Der Videoclip beginnt mit kollabierenden Eisbergen und plastikgetränkten Unterwasseraufnahmen.

Mit einem wichtigen und spannenden Zitat aus „Bruttosozialprodukt“ von Geier Sturzflug (1978/1982).


Charlie Glass: „Kind der Erde“, 2019

Charlie Glass: „Kind der Erde“, 2019, 123.000 Aufrufe

‚Hör auf deinen Bauch
der kennt dich genau
richtig oder falsch
der ist ziemlich schlau
Wir müssen jetzt was ändern
die Erde kollabiert.‘

Ungewöhnlich deutlich dieses Statement von der kollabierenden Erde. Wobei die Erde sich einmal schütteln würde zur gegebenen Zeit. Es geht eben nicht um Klimaschutz, sondern um Lebensschutz unter Einschluss der Menschheit. Sehr schön finde ich den Verweis „Hör auf Deinen Bauch“: Intuitiv wissen wir es alle. (Nur leiten daraus eben aus vielen Gründen bislang zu wenige Menschen ab, dass sie selbst, persönlich und jetzt, sofort und heute! Handeln müssen.

Also:

Wir müssen im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten, und die sind größer als wir uns selbst zugestehen möchten: Jetzt! Sofort! und: Heute! Handeln!

  • „You’re never too small to make a difference.“

Greta Thunberg, schwedische Klimaaktivistin, bei der Klimakonferenz in Kattowitz, Dezember 2018.


>> Selbstredend gibt es auch einige Songs von Schwurbler*innen, in denen schummrige Ansichten verbreitet werden… Nun, mehr Platz als diese dürren Zeilen mag ich ihnen nicht einräumen.


Quellen des Abschnitts „Songs (Made in Germany)“